Frühe Operation oder Bewegungstherapie: Welche ist die beste Methode zur Behandlung von Meniskusrissen bei jungen Erwachsenen?
Einleitung
Meniskusrisse sind eine häufige Ursache für Knieschmerzen und Funktionsstörungen, insbesondere bei jungen Erwachsenen, die sportlich aktiv sind. Traditionell galt die arthroskopische Chirurgie als Standardbehandlung, doch in den letzten Jahren hat sich die aktive Rehabilitation als nicht-invasive Alternative etabliert.
Eine explorative Analyse der DREAM-Studie verglich zwei Behandlungsstrategien für traumatische und nicht-traumatische Meniskusrisse bei jungen Erwachsenen: frühe Meniskuschirurgie versus ein Übungsprogramm kombiniert mit Patientenaufklärung.
Warum sollte die systematische Operation infrage gestellt werden?
Lange Zeit wurde die Kniearthroskopie als wirksame Lösung für Meniskusrisse angesehen. Mehrere Studien haben jedoch gezeigt, dass dieser Eingriff nicht unbedingt einen größeren Nutzen gegenüber konservativen Behandlungen bietet, insbesondere bei jüngeren und aktiven Patienten.
Die DREAM-Studie untersuchte diese Frage, indem sie den klinischen Verlauf von Patienten mit früher Meniskuschirurgie mit dem von Patienten verglich, die ein strukturiertes Rehabilitationsprogramm absolvierten.
Was sind die Ergebnisse der Studie?
Nach 12 Monaten Nachbeobachtung zeigte die Studie:
Ähnliche Verbesserungen in beiden Gruppen: Patienten, die ein Übungsprogramm absolvierten, erzielten vergleichbare Fortschritte wie diejenigen, die sich frühzeitig einer Operation unterzogen, sowohl hinsichtlich der Schmerzen als auch der Kniefunktion.
Begrenzte Konversionsrate zur Chirurgie: Einige Patienten, die zunächst zur Bewegungstherapie zugewiesen wurden, entschieden sich später für eine Operation, doch ihre Zahl blieb relativ gering.
Eine effektive und weniger invasive Alternative: Die aktive Rehabilitation bietet eine sichere Möglichkeit, Symptome ohne invasiven Eingriff zu verbessern.
Welche Vorteile gibt es für Patienten?
Weniger chirurgische Risiken: Wie jeder Eingriff birgt auch die Kniearthroskopie Risiken wie Infektionen, postoperative Komplikationen oder eine langfristige Knorpelschwächung.
Kostengünstigere Behandlung: Bewegungstherapie ist oft wirtschaftlicher und vermeidet die mit einer Operation verbundenen Kosten.
Ganzheitliche Stärkung des Knies: Das Rehabilitationsprogramm konzentriert sich nicht nur auf den Meniskusriss, sondern auch auf Stabilität und Kraft des Knies, wodurch das Risiko eines Rückfalls oder anderer Verletzungen verringert wird.
Was ist die wichtigste Erkenntnis für die Behandlung von Meniskusrissen?
Die DREAM-Studie bestätigt, dass eine Meniskuschirurgie nicht immer notwendig ist und dass Bewegungstherapie kombiniert mit Patientenaufklärung eine effektive Alternative sein kann, zumindest als erste Behandlungsoption.
Jeder Fall ist jedoch einzigartig, und die Entscheidung sollte in Absprache mit einem Physiotherapeuten oder Kniespezialisten getroffen werden. Für einige Patienten mit komplexeren Läsionen oder erheblichen mechanischen Blockaden bleibt die Chirurgie eine mögliche Option.
Wenn Sie an einem Meniskusriss leiden und eine Rehabilitationsmöglichkeit erkunden möchten, vereinbaren Sie gerne einen Termin mit unserem spezialisierten Physiotherapeutenteam in Zürich.
Quellen
Damsted C, Thorlund JB, Hölmich P, et al. "Effekt von Bewegungstherapie im Vergleich zur Chirurgie auf mechanische Symptome bei jungen Patienten mit Meniskusriss: Eine sekundäre Analyse der DREAM-Studie." Br J Sports Med. 2023;57(9):521-527. doi:10.1136/bjsports-2022-106207. Studie ansehen
Damsted C, Skou ST, Hölmich P, et al. "Frühe Chirurgie versus Bewegungstherapie und Patientenaufklärung bei traumatischen und nicht-traumatischen Meniskusrissen bei jungen Erwachsenen: Eine explorative Analyse der DREAM-Studie." J Orthop Sports Phys Ther. 2024;54(5):340-349. doi:10.2519/jospt.2024.12245.